Wipperfürth ist keine Schloßstadt- und doch wird zuweilen vom âWipperfürther Schloßâ gesprochen.
Gemeint ist das âAlte Seminarâ an der Lüdenscheider Straße. Dieses imposante, stadtbildprägende Gebäude wäre um ein Haar dem Bagger zum Opfer gefallen, wenn nicht in einer einmaligen und beispiellosen Initiative einige Privatleute, der ehemalige Schüler Hermann Haeck, Studienrat Erich Kahl, sowie der ehemalige Zeitungsredakteur Rolf Hardenbicker, der für sein Engagement mit dem Denkmalschutzpreis des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, als höchste Auszeichnung dieser Art, ausgezeichnet wurde, um den Erhalt dieses Zeugnisses preußischer Baukultur gekämpft hätten.
Das ursprüngliche als Lehrerseminar in den Jahren 1910 und 1911 vom preußischen Staat errichtete Gebäude war in den letzten Jahrzehnten eines der beiden Wipperfürther Gymansien. Bis Ende 1973 beherbergte es das âStaatlicheâ Engelbert-von-Berg-Gymnasium (Kurzname – E.v.B.), ehe es Anfang 1974 in das Eigentum der Stadt Wipperfürth überging. Wegen der baulichen und pädagogisch bedingten Unzulänglichkeiten baute das Land Nordrhein-Westfalen ein neues Gymnasium. Das alte Gebäude sollte abgerissen werden. Nicht zuletzt durch das gestiegene Bewusstsein der Bevölkerung für das Erhaltenswerte, und wie schon oben erwähnt, durch das Engagement eines Privatmannes sowie durch den Denkmalschutz konnte das alte âE.v.Bâ gerettet werden. Nach der Restaurierung zeigt sich heute wieder ein strahlendes Haus mit seiner imposanten dreiflügeligen Bauweise, einer einzigartigen Fassade, mächtigen Portalen und riesigen schieferbedeckten Dachflächen.